Aufbruch in die Digitalisierung von Obstbaubetrieben

Florian, ein deutscher Erzeuger, erzählt über seine Erfahrung mit Farmable und wie die App sich von vielen anderen Farm-Management-Systemen unterscheidet.

Im Jahr 1938 gründete Johannes Watzig einen 15 ha großen Ackerbaubetrieb direkt an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Heute führen Christoph und Florian Watzig den "Obstbau Watzig" in der dritten bzw. vierten Generation. 

Seit der Gründung ist der Betrieb entschieden gewachsen und ist um über 60 ha Anbaufläche für Obst erweitert worden. Circa die Hälfte der Fläche machen Apfelsorten (30 ha) aus. Des Weiteren bauen die Watzigs Erdbeeren (17 ha), Johannisbeeren (6 ha), sowie einige Hektar Birnen und Pflaumen an.

Die Leitung eines Obstbaubetriebes dieser Größe erfordert viel Koordination und Kommunikation. Während des Jahres arbeitet Florian mit einem Team von 5 bis 10 Vollzeitmitarbeiter, und während der Hauptsaison arbeiten sogar bis zu 50 Erntehelfer auf dem Betrieb. Das macht es nicht einfacher, den Überblick zu behalten. 

Als mitverantwortlicher Betriebsleiter muss er jedoch die volle Übersicht darüber haben, welche Arbeiten zu erledigen sind, wie das Wetter ist und welche Schläge bereits gespritzt, ausgedünnt oder geerntet wurden - eine ziemliche Herausforderung. 

"Wenn ich mit mehreren Leuten Pflanzenschutzmaßnahmen durchführe, besteht die größte Herausforderung für mich darin, den Überblick über die Flächen zu behalten, die wir als Team bereits abgehakt haben", sagt Florian. 

Um sich das Leben ein wenig leichter zu machen, begann er sich zu informieren, wie er effizienter nachverfolgen und dokumentieren kann, auf welchen Schlägen er und sein Team bereits waren. 

"Dafür könnte ich zwar Excel Tabellen über die Cloud mit meinem Team teilen und sie bitten, die Flächen abzuhaken. Aber dann müsste ich trotzdem jeden Abend einmal drüberlesen und kontrollieren, dass alles eingetragen und richtig dokumentiert ist. Also dachte ich mir: Es muss doch eine App für so etwas geben - heutzutage gibt es ja für alles eine App!"

Auf der Suche nach Farm-Management-Systemen stieß er auf Farmable. Dass die App speziell für den Obstbau entwickelt wird und viele Funktionen kostenlos genutzt werden können, machte es einfach für ihn loszulegen: „So konnte ich einfach mal testen, ob die App etwas für uns ist.”

Sein erstes Ziel mit der App war es live verfolgen zu können welche Flächen abgearbeitet wurden und so jederzeit einen Überblick zu haben, wo Mitarbeiter bereits fertig sind.

"Was mir an der App wirklich gefällt, ist die Flexibilität des Systems, da es mir nicht vorschreibt, bestimmte Geräteeinstellungen, Pflanzenschutzmittellisten usw. zu verwenden. Ich kann alles so eingeben wie ich es bei mir nutze und an unsere Prozesse und Arbeitsweisen anpassen."

Nach den ersten Versuchen beschloss er, die "Arbeiten"-Funktion zu nutzen, um alle seine Sprüharbeiten mit der App zu planen und nachzuverfolgen. Um die App optimal zu nutzen, besprach er mit dem Farmable-Team, wie er seinen Betrieb am besten in der App einrichten kann.

Einrichten von Schlägen für Anwendungen

Herkömmlich sind Schläge in Ackerschlagkarteien häufig so aufgeteilt wie sie in Flächeninformationssystemen für die Agrarförderung (z.B. in FLOrlp, FIONA, ANDI etc.) hinterlegt sind. 

“In der App konnte ich meine Kulturen und Sorten einfach so einzeichnen wie es für unseren Betrieb und insbesondere den Pflanzenschutz Sinn ergibt und du bist nicht an vorab eingezeichnete Flächen gebunden”, sagt Florian.

Visualisierung wie Schläge unterschiedlich und flexibel in der Farmable App eingetragen werden können, verglichen mit vielen herkömmlichen Systemen.
Florians App Set-up und Screenshots wie Schläge unterschiedlich in der Farmable App eingezeichnet werden können.

Seine Flächen in der Farmable App folgen daher seiner Anbau- und Pflanzenschutzstrategie, um so die wirklich zu behandelnden Ertragsflächen abzubilden. Das heißt, er hat seine Flächen nach Kulturen und Sorten aufgeteilt, die im Laufe der Saison mehr oder weniger gleich behandelt werden. Das macht es ihm noch leichter, seinen Pflanzenschutz in einem Zug zu planen und zu dokumentieren.

In Zukunft können so auch einfacher Kosten- und Rentabilitätsanalysen pro Kultur und Sorte über Farmable gemacht werden. Der Grund dafür ist, dass alle Aktivitäten, Kosten und Erträgen direkt kultur- und sortenspezifisch zugeordnet werden können.

Eingabe von Produkten und Aufwandsmengen

Anschließend nahm er sich an einem Sonntag eine Stunde Zeit, um alle seine Pflanzenschutzmittel in seine Liste in der App einzutragen. "Ohne eine lange Pflanzenschutzmittelliste in der App kann ich ausschließlich das hinzufügen, was ich wirklich im Pflanzenschutzmittelraum habe und tatsächlich für meine Anwendungen verwende. Es ist viel besser, nur die Präparate, die wir verwenden, in der App zu haben, als durch eine lange Liste von PSM scrollen zu müssen", sagt Florian.

Einrichten der Geräte

Schließlich hat er alle seine Spritz- und Sprühgeräte eingegeben, die er und sein Team nutzen. Im Laufe der Zeit und durch reichlich Erfahrung haben er und seine Mitarbeiter optimieren können, mit welchen Einstellungen auf den Flächen und für die einzelnen Kulturen und Sorten gefahren werden soll, um den Pflanzenschutzmittelbedarf so gering wie möglich zu halten. Die unterschiedlichen Einstellungen wollte er auch in Farmable abbilden.

Nach einem Brainstorming mit dem Farmable-Team kam Florian auf die Idee, die verschiedenen Einstellungen, wie z.B. gefahrene Geschwindigkeit, Druck, Düsenanzahl und Literausstoß für alle seine Sprühgeräte einfach im Gerätenamen anzugeben. Das macht es für alle im Team einfacher, die richtigen Einstellungen vor den Pflanzenschutzanwendungen vorzunehmen und so sicherzustellen, dass die richtigen Mengen ausgebracht werden.

Nachdem er seine Schläge, Produkte und Geräte eingerichtet hatte, hat er auf seinem Betrieb in Farmable bereits über 300 Arbeiten für den Pflanzenschutz, Düngung und andere Arbeiten wie Baumschnitt, Mulchen usw. eingetragen.

“Die Tätigkeit Multistandort in der App finde ich besonders cool. Ich fahre zum Beispiel durch meine Flächen und markiere einmal alle toten Bäume als Standort. Dann kann ich direkt zwei weitere Arbeitsaufträge mit den bestehenden Standorten zum Austauschen und anschließendem Angießen der Bäume erstellen. Das spart Zeit!”

Schläge am Betrieb Obstbau Watzig

Während der gesamten Saison standen Florian und ich in engem Austausch. Über WhatsApp diskutierten wir Anwendungsfälle auf seinem Betrieb und tauschten Ideen für neue Entwicklungen und Verbesserungen der App und des Farmable-Onlineportals aus. Nur durch solch engen Dialog mit aktiven Nutzern und Praktikern können wir eine Plattform für den Obst- und Weinbau entwickeln, die für Erzeuger wirklich nützlich ist.

Mit der Farmable Farm Management Plattform speziell für den Obstbau kannst du einfach deinen eigenen Betrieb und deine Arbeitsweisen abbilden. Probier die neuesten Funktionen aus und leg’ damit los deinen Betrieb einzurichten - lade dazu die App in deinem App Store herunter. 

Willst du direkt mit mir (Max Bangen) darüber sprechen, wie du die App und das Web Portal am besten auf deinem Betrieb nutzen kannst? Dann schreib mir eine E-Mail oder WhatsApp Nachricht (+47 954 32 142).

    Tags: Erzeugergeschichten, Obstbau

    Moin, ich bin Max und arbeite eng mit Erzeugern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich verbringe die meiste Zeit damit, mit Obst- und Weinbauern zu sprechen, um besser zu verstehen, wie sie neue Technologien nutzen und welche Anforderungen sie an Farmable für die Zukunft haben.

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